Besuch der Gedenkstätte Hadamar

Besuch der Gedenkstätte Hadamar

Besuch der Gedenkstätte Hadamar – wie aktuell ist die Auseinandersetzung mit den Verbrechen zur Zeit der Nationalsozialisten?

 

Am 07.07.2026 besuchte der Kurs Hep 900119 der Fachschule für Heilerziehungspflege am Standort Waldbröl im Rahmen des Politikunterrichts zusammen mit dem Fachlehrer Armin Kalefe-Bermbach die Gedenkstätte Hadamar in Hessen.

Hadamar wurde zur Zeit der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten von einer Pflege-Einrichtung für Menschen mit Behinderung zu einer Tötungsanstalt umgebaut. Nach dem T4-Erlass Hitlers zur sogenannten „Euthanasie“, also der Vernichtung lebensunwerten Lebens, wurden in Hadamar zwischen 1941 und 1945 ca. 15.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen aus ganz Deutschland und Europa umgebracht. Hierzu wurde in Hadamar, wie in anderen Konzentrationslagern der Nationalsozialisten, extra eine als Duschraum getarnte Gaskammer eingerichtet. Es kamen beim „Euthanasieprogramm“ aber auch Giftspritzen zum Einsatz, oder man ließ die Opfer langsam verhungern.

Auch wenn das Thema im Unterricht bereits ausführlich behandelt wurde, waren die Studierenden sehr berührt durch die direkte Konfrontation mit den Zeugnissen der Verbrechen der Nationalsozialisten. Dies ist beim Anblick der Gaskammer, der Schleifspuren der Ermordeten auf dem Boden, den Autopsie-Tischen und dem Verbrennungsofen auch nicht anders zu erwarten, sondern gerade ein Grund, warum man sich mit dem Thema auseinandersetzt.

Durch die einfühlsamen, aber auch eindrücklich geschilderten Erzählungen während einer dreistündigen Informationsveranstaltung und Führung wurde allen Anwesenden sehr deutlich, dass es immer noch in unserer Verantwortung liegt, die Erinnerung an diese Zeit und die Menschen, die zu Opfern von Willkür und unmenschlichen Ideologien wurden, wachzuhalten und weiterzugeben.

Dies umso mehr in einer Zeit, in der politische Strömungen immer mehr Zulauf erhalten, die sich explizit gegen die Förderung und den Erhalt der Gedenkstätten aussprechen, wie z.B. Alexander Gauland (AfD), der die Terrorherrschaft unter Hitler und den Nazis als einen „Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ bezeichnete.

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